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Schönheit und Pflege

Wie oft Haare waschen? Richtwerte für jeden Haartyp

Täglich, jeden zweiten Tag oder einmal pro Woche? Was Hautärzte zur Waschfrequenz sagen, was Studien zum täglichen Haarewaschen zeigen und wie sich der eigene Rhythmus in zwei Wochen herausfinden lässt.

Von Redaktion 7 Min. Lesezeit

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Zwei Hände massieren Shampooschaum in kurzes, dunkles nasses Haar, der Kopf ist seitlich angeschnitten, Stirn und Ohr sind sichtbar
Foto: jackmac34 / Pixabay, Pixabay-Inhaltslizenz

Wie oft Haare waschen sinnvoll ist, hängt vor allem von der Kopfhaut ab: Bei fettiger Kopfhaut und glattem Haar ist tägliches Waschen kein Problem, trockenes, lockiges oder dickes Haar braucht Shampoo nur nach Bedarf, mindestens aber alle zwei bis drei Wochen. So fasst es die American Academy of Dermatology (AAD) zusammen, der Fachverband der US-Hautärzte, zuletzt überarbeitet im August 2024.

Die oft gehörte Regel „höchstens zweimal pro Woche, sonst fetten die Haare schneller nach“ lässt sich mit Studien nicht stützen. Eine der gründlichsten Untersuchungen zum Thema fand bei täglicher Wäsche eher weniger Fett und weniger Schuppen auf der Kopfhaut als bei wöchentlicher.

Ärztlich abklären lassen sollte man es, wenn die Kopfhaut trotz passendem Waschrhythmus über Wochen juckt, sich gelbliche, fettige Schuppen oder rote Flecken bilden, nässende Stellen entstehen oder deutlich mehr Haare ausfallen als üblich. Hinter solchen Beschwerden steckt oft eine Hauterkrankung wie das seborrhoische Ekzem oder Schuppenflechte, die sich mit Waschen allein nicht in den Griff bekommen lässt.

Richtwerte nach Haartyp

Die Talgdrüsen der Kopfhaut geben ständig Fett ab. Bei glattem, feinem Haar wandert es schnell an den Haaren entlang nach unten, und der Ansatz wirkt nach einem Tag strähnig. Bei Locken und krausem Haar kommt das Fett kaum über die ersten Zentimeter hinaus. Die Längen bleiben trocken, auch wenn die Kopfhaut schon fettig ist.

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Mediadaten

Die folgende Tabelle ordnet die Empfehlungen der AAD und die Ergebnisse der Studien unten nach typischen Ausgangslagen. Die Zwischenstufen sind Orientierungswerte, keine Messergebnisse.

AusgangslageRichtwertWorauf achten
Fettige Kopfhaut, glattes oder feines Haartäglich bis alle 2 Tagemildes Shampoo nur auf den Ansatz
Normale Kopfhaut, glattes bis welliges Haaralle 2 bis 3 Tagenach dem Sport früher waschen
Trockene Kopfhaut, Spliss in den Längen1- bis 2-mal pro WocheSpülung auf die gesamte Länge
Lockiges oder dickes Haarnach Bedarf, spätestens alle 2 bis 3 Wochenbeim Ausspülen der Spülung entwirren
Krauses, afrotexturiertes Haar1-mal pro Wochebei Juckreiz früher waschen
Kopfhaut mit Schuppeneher öfter, alle 1 bis 2 Tagebleiben sie, ärztlich abklären

Für Menschen mit krausem Haar gibt es eine eigene Untersuchung. Forschende begleiteten 60 Frauen afrikanischer Herkunft in Durban (Südafrika) drei Wochen lang nach einer Haarwäsche. Schuppen und Juckreiz waren nach dem Waschen besser, nahmen in der ersten Woche aber wieder zu und blieben danach etwa gleich. Die Autoren, überwiegend Mitarbeitende der Forschungsabteilung von L’Oréal, empfehlen deshalb, in dieser Gruppe einmal pro Woche zu waschen (Journal of Dermatology, 2024).

Ist es schädlich, die Haare jeden Tag zu waschen?

Für eine gesunde Kopfhaut spricht nichts dagegen. Die meistzitierte Arbeit dazu stammt aus dem Jahr 2021 und erschien in der Fachzeitschrift Skin Appendage Disorders. Sie besteht aus zwei Teilen, beide in Xi'an (China).

Im ersten Teil wurden 1.500 Erwachsene zwischen 18 und 75 Jahren nach ihren Gewohnheiten befragt und untersucht. Am zufriedensten mit Haar und Kopfhaut waren die, die fünf- bis sechsmal pro Woche wuschen, und die Messwerte bestätigten das. Im zweiten Teil wuschen 60 Personen, die sonst höchstens zweimal pro Woche Shampoo nahmen, zuerst eine Woche gar nicht und danach vier Wochen täglich. Nach der täglichen Phase war weniger Fett auf der Kopfhaut, es gab weniger Schuppen, und der Geruch der Kopfhaut wurde besser bewertet. Schäden am Haar fanden die Forschenden nicht, auch nicht unter dem Elektronenmikroskop.

Zwei Einschränkungen gehören dazu. Die Studie hat der Shampoohersteller Procter & Gamble bezahlt, zwei der Autoren arbeiten dort. Gewaschen wurde mit einem Anti-Schuppen-Shampoo mit Zinkpyrithion, was den Rückgang der Schuppen zum Teil erklären dürfte. Und alle Teilnehmer waren chinesischer Herkunft mit glattem Haar, im zweiten Teil fast ausschließlich Frauen. Auf Locken oder sehr trockenes Haar lassen sich die Ergebnisse nicht ohne Weiteres übertragen.

Dass Haare durch häufiges Waschen „schneller nachfetten“, hat bisher keine Untersuchung gezeigt. In der Studie aus Xi'an war nach vier Wochen täglicher Wäsche sogar weniger Fett auf der Kopfhaut messbar als nach einer Woche Pause.

Was passiert, wenn man die Haare länger nicht wäscht?

Auf der Kopfhaut leben Hefepilze der Gattung Malassezia, die sich von Hautfett ernähren. Sammelt sich das Fett über Tage an, vermehren sie sich. In der Studie aus Xi'an hatten die Teilnehmer nach sieben Tagen ohne Shampoo deutlich mehr Schuppen als nach der täglichen Phase. Frühere Arbeiten, die in derselben Veröffentlichung zusammengefasst sind, fanden steigenden Juckreiz schon in den 72 Stunden nach einer Haarwäsche, parallel zum Fett auf der Kopfhaut.

Wer nach fünf Tagen ohne Wäsche eine juckende, schuppige Kopfhaut hat, wäscht also eher zu selten als zu oft. Die AAD nennt zu seltenes Waschen ausdrücklich als häufige Ursache für Schuppen. Haare, die nach längerer Pause beim Waschen in großer Zahl im Abfluss landen, sind dagegen meist kein Haarausfall: Laut AAD verliert ein Mensch normalerweise 50 bis 100 Haare pro Tag. Wer nur einmal pro Woche wäscht, sieht die Haare mehrerer Tage auf einmal.

Mit Kopfläusen hat seltenes Waschen nichts zu tun. Das Robert Koch-Institut stellt klar, dass Kopflausbefall kein Zeichen fehlender Sauberkeit ist, weil normales Shampoo die Läuse nicht beseitigt.

Den eigenen Waschrhythmus in zwei Wochen finden

Weil Tabellen nur grobe Werte liefern, hilft ein einfacher Selbsttest. Er braucht zwei Wochen und einen Zettel oder eine Notiz im Handy.

  1. Woche 1: im gewohnten Rhythmus waschen und jeden Abend kurz notieren, wie Ansatz, Längen und Kopfhaut sich anfühlen (fettig, trocken, juckend, unauffällig).
  2. Den Tag markieren, an dem der Ansatz zum ersten Mal sichtbar fettig wirkt oder die Kopfhaut juckt. Das ist der persönliche Grenzwert, zum Beispiel „Tag 2“ oder „Tag 4“.
  3. Woche 2: einen Tag vor diesem Grenzwert waschen. Wer am dritten Tag fettige Ansätze hat, wäscht also jeden zweiten Tag.
  4. Werden die Längen dabei trocken oder spröde, die Spülung häufiger nehmen, statt seltener zu waschen. Shampoo nur auf die Kopfhaut geben.
  5. Juckt die Kopfhaut trotz passendem Takt weiter oder bilden sich fettige gelbliche Schuppen, ist der Rhythmus nicht das Problem. Dann gehört die Kopfhaut in die hausärztliche oder hautärztliche Praxis.

Wiederholen lohnt sich, wenn sich etwas ändert: neuer Sport, Jahreszeitenwechsel, Färben oder ein Umzug in eine Gegend mit anderem Wasser. Ein Rhythmus, der vor zehn Jahren gepasst hat, muss heute nicht mehr stimmen.

Haare richtig waschen

Neben dem Takt zählt die Technik. Die AAD nennt unter zehn Pflegegewohnheiten, die dem Haar schaden, an erster Stelle, das Shampoo in die Längen zu reiben. Gemeint ist: Shampoo auf der Kopfhaut einmassieren und beim Ausspülen einfach durch die Längen laufen lassen.

  • Wasser lauwarm halten. In der Studie aus Xi'an lag die Wassertemperatur zwischen 32 und 38 °C.
  • Nach jeder Wäsche eine Spülung nehmen. Bei feinem oder glattem Haar nur in die Spitzen, bei trockenem oder lockigem Haar auf die gesamte Länge.
  • Nasses Haar nicht trocken rubbeln, sondern in ein Handtuch oder T-Shirt drücken.
  • Nasses Haar mit einem grobzinkigen Kamm entwirren, bei glattem Haar erst nach kurzem Antrocknen.
  • Föhn auf niedriger Stufe, Glätteisen und Lockenstab laut AAD möglichst nur einmal pro Woche oder seltener.
  • Nach dem Schwimmen im Chlorwasser sofort ausspülen und waschen.

Sonderfälle: Schuppen, Sport und Ekzem

Bei Schuppen ohne weitere Beschwerden ist häufigeres Waschen meist der erste Schritt, nicht der letzte. Bleiben die Schuppen, kann ein seborrhoisches Ekzem dahinterstecken. Davon sind nach Angaben des IQWiG auf gesundheitsinformation.de etwa 3 bis 10 von 100 Menschen betroffen, Männer häufiger als Frauen. Typisch sind schuppige, rote oder helle Flecken an Kopfhaut, Haaransatz, Augenbrauen und an den Falten neben der Nase. Behandelt wird unter anderem mit Shampoos gegen Pilze oder mit Teer. Die AAD rät in diesem Fall, so oft zu waschen, wie die Hautärztin oder der Hautarzt es empfiehlt, und Produkte mit Alkohol oder Duftstoffen zu meiden.

Nach Sport mit starkem Schwitzen genügt an Zwischentagen manchen klares Wasser und eine Spülung, sofern die Kopfhaut nicht fettig ist. Bei fettiger Kopfhaut spricht nichts gegen eine tägliche Wäsche mit mildem Shampoo.

Häufige Fragen

Wie oft sollten Männer die Haare waschen?

Nach denselben Regeln wie Frauen. Kurzes Haar fettet optisch schneller, weil das Fett schnell bis in die Spitzen kommt. Viele Männer mit kurzem Haar fahren mit einer täglichen Wäsche gut, solange die Kopfhaut nicht spannt oder juckt.

Ist es schlimm, die Haare zwei Wochen nicht zu waschen?

Bei krausem oder sehr trockenem Haar liegt das noch im Rahmen der AAD-Empfehlung. Bei glattem Haar und normaler Kopfhaut steigen nach so langer Zeit Schuppen, Juckreiz und Geruch deutlich. Gefährlich ist es nicht, angenehm meist auch nicht.

Wie oft duschen und Haare waschen?

Beides muss nicht im gleichen Takt laufen. Wer täglich duscht, kann das Haar mit einer Duschhaube schützen oder nur mit Wasser ausspülen und das Shampoo für die Tage aufheben, an denen die Kopfhaut es braucht.

Fazit

Die Kopfhaut gibt den Takt vor. Bei fettiger Kopfhaut und glattem Haar ist tägliches Waschen unbedenklich, bei Locken und krausem Haar reicht einmal pro Woche, spätestens alle zwei bis drei Wochen. Wer unsicher ist, findet mit dem Zwei-Wochen-Test den eigenen Rhythmus und wäscht einen Tag, bevor die Kopfhaut fettig wird oder juckt. Hält der Juckreiz trotzdem an, liegt das Problem meist nicht am Shampoo.

Quellen

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